Tag 21 – von neuen Herausforderungen

An der Westküste Schottlands ticken nicht nur die Uhren etwas anders, sondern auch der Verkehr ist ein wesentlich anderer, als in weiten Teilen des übrigen Landes: alle paar Minuten kreuzt man an einer passing place ein anderes Auto, jeden Tag wird man einmal von einem Einheimischen überholt und das einzige, was man hier unter „traffic jam“ zusammenfassen könnte, sind Schafe, deren Hinterteil beim Fressen am Strassenrand so weit in die Fahrbahn reicht, dass man entweder warten muss, bis sie sich selbst bewegen oder aber (weit häufiger) man bewegt sich selbst bzw. das Auto, um ihnen auszuweichen. Die Tafeln mit der Warnung vor dem Schafe ist also nicht unbegründet – ganz anders als jene, die wir gestern bei der Fahrt entlang der Nordküste entdeckt haben: „Achtung, Schweine!“. Welche damit gemeint sind, hat sich uns nicht erschlossen, denn jene mit vier Beinen haben wir die ganze Reise über nicht lebendig gesehen!

Langer Einleitung kurzer Sinn: Je weiter wir uns von der Westküste entfernen, desto mehr Autos kommen uns entgegen (deshalb gibt es hier nur noch wenige Single Track-Roads, also solche mit Ausweichstellen, sondern ganz „gwöhnlichi“ zweispurige) und desto mehr Möglichkeiten haben wir, um abzubiegen. Das mag lächerlich klingen, aber an der Westküste kann man gut und gerne mehr als 40 Minuten fahren, ohne dass es neben Hofzufahrten oder Parkplätzen noch andere Möglichkeiten zum abzweigen gäbe. Vermutlich sind wir mit diesen wiedergewonnenen Freiheiten etwas überfordert, so haben wir uns auf der Suche nach einem Lokal für das Mittagessen verfahren und standen plötzlich an einem kleinen Hafen – Lybster Harbour. Das Besucherzentrum ist Café, Museum und Informationszentrum zugleich, jedoch alles etwas angestaubt und „hämdsärmlig“, aber mit viel Liebe, Herzblut und lautem Lachen betrieben. Lybster Harbour war einst einer der drei wichtigsten Umschlagplätze für Hering. Von den vormals glorreichen Zeiten zeugen unter anderem historische Fotos im kleinen Museum.

Auch der zweite Hafen, den wir angefahren sind (Dunbeath) – diesmal auf der Suche nach dem besten Platz um ein imposantes Schloss an der Küste zu fotografieren – hat seine grossen Zeiten hinter sich.

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