Tag 10 – ruhiger Tag auf See und an Land

Heute gingen wir es etwas ruhiger an: nach ausgiebigem Frühstück und Büro-Arbeiten statteten wir der einzigen Autogarage weit und breit einen Besuch ab. Zwar hatten sie das benötigte, etwas dickere Getriebeöl nicht da, aber ihre Partnergarage liegt genau in jenem Ort, nach dem wir morgen aufbrechen (Kyle of Lochalsh). Wir werden sehen, ob der Ölwechsel dem Getriebe gut tut und die Göttin im Anschluss nicht mehr murrt, knurrt und pfeift.

Um doch noch etwas frische Luft zu geniessen, entschlossen wir uns zu einer kleinen Bootsfahrt nach Inverie – einem kleinen Dorf, das nur per Schiff erreichbar ist. Das kleine Fährschiff nimmt neben einigen Wandertouristen auch Lebensmittelvorräte und allerlei anderes mit, was die knapp 200 Seelen in den wenigen Dörfern rund um Inverie benötigen. Dieses wird – in Inverie angelangt – in kleinen Wägelchen am Hafen deponiert, wo dann jeder das abholen kann, was er aus Mallaig bestellt hat. Die Überfahrt dauert nicht lange und die See war so ruhig, dass zu keiner Zeit Gefahr bestand, dass man seekrank werden könnte.

Auf dem Rückweg sass Nina zufällig neben einer jener Lehrerinnen, welche die knapp 5 Schülerinnen und Schüler sowie noch 3 Kindergärtler im abgelegenen Örtchen unterrichtet (siehe Bild unten). Sie übernimmt die Lektionen in Naturwissenschaften und ist so jeden Tag der Woche in einer anderen kleinen Schule im Einsatz. Da das Recht auf Schuldbildung staatlich verankert ist, muss dieser auch solch schülerarme Gebiete mit Bildung versorgen. Der nette Herr auf dem Bild war uns schon auf dem Hinweg aufgefallen. Als er auf dem Rückweg wieder einen Platz neben uns einnahm, kamen wir ins Gespräch. Er hatte seinen freien Tag und beschloss aufgrund des tollen Wetters, seinen Kaffee statt zu Hause lieber im kleinen Café in Inverie zu trinken und so trat er bereits eine Stunde später wieder den Rückweg an. Er kennt die Gegend wie seine Westentasche! Wieder einmal zeigt sich, dass Landschaften zwar wunderbar anzusehen sind, aber erst der Kontakt zu den Einheimischen den Eindruck eines Landes oder einer Gegend vervollständigt! Unser französisches Fräulein ist ein wunderbarer Türöffner und bringt uns einerseits mit Einheimischen, aber auch anderen (meist britischen) Touristen in Kontakt – ob nun auf einem Parkplatz oder in der passing place, wo sich auf Singletrack-Strassen zwei Fahrzeuge kreuzen können.

Zum Ausklang des Tages fuhren wir über die kleine, kurvige Küstenstrasse nach Arisaig – mit einem Abstecher an den silver sands-Strand, von dem aus man die vorgelagerten Inseln Rum, Eigg, Muck und Canna sehen kann. Je nach Sonnenstand wähnt man sich eher in der Karibik als in Schottland. Klar, dass wir die Drohne noch zum Feierabendflug am Abendhimmel steigen liessen. Barfüssig!

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